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LOU

... the new normal

 

 

 

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Als Lou 2001 mit ihrer Partygang beim Vorentscheid zum Eurovision Song Contest mit ihrem Song „Happy Birthday Party“ einen hervorragenden dritten Platz belegte war sie keine Newcomerin mehr. Jahrelang tourte sie mit ihrer Band durch ganz Europa und begeisterte ihr Publikum und sammelte viel Liveerfahrung. Die ganz große Popularität kam 2003. Mit dem Ralph-Siegel-Titel „Let’s get happy“ vertrat sie Deutschland beim größten Musikfestival der Welt.

 

Wenn man sie heute trifft begegnet einem eine sehr ausgeglichene Frau, die einfach glücklich zu sein scheint. In dem folgenden Gespräch erlebte ich eine Künstlerin, deren Antworten frei sind von einer berufsbedingten Taktik. Lou ist authentisch privat und auf der Bühne.

 

Hans-Peter Schmidt-Treptow (HPST): Man hat den Eindruck, seit dem Gastspiel in Wien Lou ist wieder da und präsenter denn je. Was gibt es Neues bei Ihnen und was für Pläne haben Sie?

 

Lou: Oh, ich war nie weg (lacht)! Ich bin nach wie vor aufgetreten, zwar weniger im Fernsehen, aber auf Stadtfesten und Galas werde ich nach wie vor gut gebucht. Z. Zt. produzieren wir eine neue CD, die „Spür das Leben“ (singt sofort eine Strophe des Liedes). Helmut Roleder, ein ehemaliger Fußballspieler vom VfB hat den Text geschrieben. Dann plane ich eine Weihnachts-CD, die allerdings wohl erst 2016 erscheint, denn jetzt steht erst einmal der Urlaub an und bei dreißig Grad im Sommer „Stille Nacht“ zu singen, nein, da kommt man nicht in die entsprechende Stimmung. Die Weihnachtslieder sollen in unterschiedlichen Arrangements aufgenommen werden. Ich stelle mir vor z. B. „Oh Tannenbaum“ als Soulstück zu singen. Da ich machen kann, was ich will, ist das alles kein Problem.

 

HPST: Sie sind Sängerin, Entertainerin und Schauspielerin, woran hängt das Herz am meisten?

 

Lou: Ich hänge an allem, was ich kann und was ich mit Liebe tue. Ich liebe das Leben und das ist die Quintessenz von allem. Ich habe nie etwas tun müssen, was ich nicht wollte. Natürlich ist das Singen, das hauptsächliche Pferd, das ich reite, das was ich am meisten liebe.

 

HPST: Sie haben einmal gesagt, dass Sie schon als Kind Sängerine werden wollten, was hatte es damit auf sich und was ist von dieser Sängerine heute noch vorhanden bzw. hat sich verändert?

 

Lou: Das Wort Sängerine ist auf meinen badischen Dialekt zurückzuführen. Ich wollte immer singen, schon als Kind habe ich mit der ganzen Familie gern Musiksendungen im Fernsehen geschaut, manchmal haben wir auch alle miteinander gesungen und die Künstler der Hitparade oder des Grand-Prix‘ nachgemacht. Ich zog dann das Nachthemd meiner Mutter an, schlüpfte in ihre Pumps und wollte immer eine Blume im Haar haben. Als Mikrophon diente ein Kochlöffel (lacht). Meine ganze Familie hat mich immer sehr unterstützt und mich gefördert, meinen Traum Sängerin zu werden zu realisieren, das ist bis heute so.

 

HPST: Doch zunächst einmal haben Sie  eine Ausbildung als Apothekenhelferin absolviert, war Ihnen der Mond doch zu neu sofort als professionelle Musikerin zu arbeiten?

 

Lou: Ich war nie der Typ für einen Nine-to-five-Job. Das Showblut hat immer in mir gekocht.  Schon als Baby habe ich nachts geschrien und tagsüber geschlafen. Die Berufsausbildung und später das Arbeiten als Pharmazeutisch-technische Assistentin hat mir Spaß gemacht, aber ich wollte immer singen, wollte in die Welt hinaus.

 

HPST: Sie haben im Laufe Ihrer Karriere ein Vielzahl von Interviews gegeben mit Sicherheit nicht immer angenehmen Fragen oder Themen, die sich ständig wiederholten. Wenn wir jetzt quasi die Rollen tauschen würden, was würde denn Lou gern einmal gefragt werden?

 

Lou: Ich glaube es gibt fast nichts, was ich nicht schon beantwortet habe. Ich wurde fast nie gefragt wie es mir geht. Wie lebt Lou, wie liebt Lou, welchen Spagat macht Lou zwischen dem Privatleben und der Showgeschäft. Es ging bei all den Fragen fast immer nur um das Projekt, an dem ich gerade arbeitete. Ich bin keine Person, die Beruf und Privates strikt trennt, das macht meine Authentizität aus. Mein Publikum will Lou spüren, nicht Irgendjemanden, auch wenn es Momente gibt in denen ich mich nicht sonderlich wohlfühle sollen meine Fans das merken. Ich habe oft erlebt, dass ich nach solchen Auftritten oft mehr Resonanz bekommen habe. So ist Lou und so darf sie sein!

 

HPST: Vermissen Sie Themen zu denen Sie nie befragt wurden?

 

Lou: Eigentlich nicht. Ich muss es anders erklären. Es gab Fragen, die ich damals nicht beantworten wollte, heute sehe ich das anders. Zum Beispiel tauchte immer wieder das Thema Kinder auf. Ich wurde oft damit malträtiert warum ich keine Kinder habe. Es hat sich leider nicht ergeben, obwohl ich kinderlieb bin und ein ganz bezauberndes Patenkind habe. Damals habe ich mit mir gehadert, heute tue ich das nicht mehr, weil ich seit acht Jahren mit meinem Mann ein wunderschönes Leben habe. Er bedeutet mir sehr viel.

 

HPST: Sie haben spät geheiratet, glauben Sie, dass es ein Vorteil ist eine späte Liebe zu leben bzw. was bedeutet das für Sie?

 

Lou: Ich bin heute hyperglücklich, dass ich meinen Mann Gerd mit dreiundvierzig Jahren kennenlernen durfte. Ich war vorher auch in der einen oder anderen Beziehung. Es ist etwas sehr Tiefes. Es ist eine andere Liebe als früher ohne die Verrücktheit der Jugend. So eine späte Liebe ist etwas Gereiftes, weil jeder schon seine Erfahrungen gemacht hat. Dadurch wird man sehr vorsichtig dem Partner nicht mehr weh zu tun. Man nimmt bei allem persönlichen Freiraum mehr Rücksicht.

 

HPST: Andy Warhol hat einmal gesagt, dass jeder Mensch in seinem Leben fünfzehn Minuten Berühmtheit verdient. Sie hatten und  haben weitaus mehr als fünfzehn Minuten Popularität genossen bzw. genießen sie noch. Zwischen 2001 und 2003 waren Sie sehr präsent bedingt durch den Eurovision Song Contest. Viele Leute erinnern sich heute noch an den Namen Lou, auch wenn sie sich überhaupt nicht für Schlager interessieren. Fällt der Name Lou kommen sofort Sätze wie: „ach ja, die Rothaarige“ oder „die hat doch mal Grand-Prix gemacht. Sie haben in Riga für Deutschland einen akzeptablen elften Platz gemacht, trotzdem ging die Rechnung doch nicht auf, denn selbst ehemalige Teilnehmer, die nicht gewonnen haben, machten danach teilweise Weltkarrieren, ich denke da an Julio Iglesias oder Olivia Newton-John …

 

Lou: Das ist ein Phänomen, ich hatte natürlich wesentlich mehr Erfolgt erwartet, wäre so gern einmal mit einem Song ganz oben in den Charts gewesen, wobei ich das nach wie vor nicht für ausgeschlossen halte, schließlich arbeite ich noch als Sängerin. Es hat damals einfach ein bisschen Glück gefehlt. Dadurch, dass ich sehr authentisch bin, bin ich auch manchmal eine unbequeme Person. Gerade bei den Verantwortlichen im Radio wollte ich mich nicht erpressen lassen. Ich erinnere mich mit einem sehr mulmigen Gefühl an einen Moderatoren, dem ich meine damalige aktuelle CD gab und ich zusehen musste, wie er sie achtlos bei Seite legte mit den Worten: „da höre ich später rein!“. In diesem Moment war ich so verärgert, dass ich die CD griff und ihm sagte: „die nehme ich wieder mit, denn Sie hören sich die Lieder sowieso nicht an!“. Mir ist klar, so etwas schürt Ärger, aber sich vordergründig für mich zu interessieren und dann keinerlei Respekt vor meiner Arbeit zu haben macht mich richtig traurig.

 

HPST: 2004 gab es einen Break. Lou wechselte auf dem CD-Markt das Image, nach ausschließlich englischsprachigen CDs kam eine rein deutsche Produktion auf den Markt. Was für Beweggründe gab es damals für diesen Schritt?

 

Lou: Bei Liveauftritten mit der Party-Gang habe ich immer deutsche Schlager im Programm gehabt. Ich liebe deutschen Schlager.  Nebenbei bemerkt interpretiere ich auch auf Französisch und Kroatisch (lacht). Meine Breitenpopularität bekam ich durch den ESC. Damals waren dort nur englischsprachige Titel gefragt, heute sieht man das wieder anders. Es war kein wirklicher Wechsel als ich 2004 die deutsche CD auf den Markt brachte.

 

HPST: Zum Thema ESC, wie war denn die Zusammenarbeit mit Ralph Siegel?

 

Lou: Es war ein Projekt auf Zeit und es war nicht geplant, dass wir nach dem zweiten Song Contest weiter zusammen arbeiten werden. Der ganze Blödsinn, der in den Medien zu lesen war, dass Ralph Siegel mich einfach fallen gelassen hat ist unwahr und gelogen! Das Gegenteil ist wahr und richtig. Siegel sagte immer zu mir, wenn es ein Problem gibt, ist meine Tür immer offen für Dich. Wir beide haben uns so gut ergänzt, haben präzise gearbeitet und haben viel voneinander gelernt, dafür bin ich unendlich dankbar. Ralph Siegel hat mich auf dieses Pferd ESC gesetzt und nach dreizehn Jahren reite ich das noch und zwar perfekt!

 

HPST: Ist es ein Fluch oder ein Segen immer noch als die Grand-Prix-Sängerin zu gelten?

 

Lou: Es ist eine Form von Stolz!

 

HPST: Stimmt es, dass Sie 2003 beim ESC gebotoxt waren?

 

Lou: (lacht laut) Ja, das dürfen Sie gern schreiben! Ich musste das natürlich damals auch probieren. Es hat ein halbes Jahr furchtbar ausgesehen, ich hatte so eine Art Mephisto-Blick. Offensichtlich war der Arzt kein Könner. Heute würde ich das nicht mehr machen, ich darf in Würde älter werden. Meine Falten sind hingelacht.

 

HPST: Haben Sie schon einmal daran gedacht ein Duett aufzunehmen und wenn ja mit wem?

 

Lou: Mit Julio Iglesias oder Don Johnson hätte ich gern mal gesungen.

 

HPST: Als ich Sie im Mai nach vielen Jahren in Wien wiedersah, war ich verblüffte über diese Aura, dieses innere Strahlen, als hätten die Jahre davor nicht stattgefunden.  Ein ARD-Team, Journalisten waren ebenfalls begeistert und wollten sofort Interviews. Was macht dieses Phänomen Lou aus?

 

Lou: (lacht) Lou sein ist nicht einfach, aber einer musste den Job ja machen! Ich höre das häufig in den letzten Jahren, dass ich strahle. Es liegt an einem sehr ausgeglichenen und glücklichen Leben, das ich führen darf. Ich bin eingebettet in eine wunderbare Familie, habe einen Ehemann, der mich auf Händen trägt. Ich wache morgens auf und lache und danke dem lieben Gott dafür.

 

HPST: Was macht Lou traurig?

 

Lou: Traurig macht es mich, wenn ich mich von Menschen verabschieden muss, wie jetzt gerade von Gerhard Mayer-Vorfelder, der ein ganz zauberhafter Veranstalter und Mensch war. Manchmal ziehen mich Nachrichten im Fernsehen richtig runter, dann möchte ich am liebsten abschalten.

 

HPST: Wo sieht sich Lou in zehn Jahren?

 

Lou: Genau da wo ich heute auch bin. Ich darf singen, ich muss es nicht. Ich fühle mich sehr in mir angekommen und möchte auch gar nichts verändern. Ich wünsche mir, dass das noch lange so bleibt.

 

HPST: Was würden Sie denn gern noch tun …. oder lassen?

 

Lou: Also es besteht keine Gefahr Marika Rökk zu werden (lacht). Ich möchte gern noch lange singen, aber ich denke, dass ich den Zeitpunkt erkennen werde, wann es Zeit ist aufzuhören. Im Rentenalter sehe ich mich am Strand und male.

 

HPST: Gibt es Vorbilder für Lou?

 

Lou: Nein, ich bin kein Typ für Vorbilder. Aber es gibt natürlich Menschen, die ich bewundert habe wie Mutter Theresa oder Nelson Mandela. Ich finde das auch gut so, denn wenn ich ein Vorbild hätte würde ich dem irgendwann unweigerlich hinterher hecheln, das wäre nicht gut. Es gab mal einen Produzenten, der mich anwies bestimmte Titel wie die Streisand oder wie die Leandros. Da ist mir der Kragen geplatzt. Ich antwortete, dass ich nur wie Lou singe, denn das bin ich!

 

 

KURZFRAGERUNDE

 

HPST: Ich ärgere mich häufig über …

 

Lou: … die Inkompetenz und die Dummheit der Menschen

 

HPST: Wenn ich 2003 den Eurovision Song Contest gewonnen hätte dann …

 

Lou: … würde ich heute auch noch hier sein und lachen

 

HPST: Wenn ich glücklich bin dann …

 

Lou: … möchte ich so gern, dass alle anderen es auch sind

 

HPST: Meine größte Schwäche ist …

 

Lou: … meine Ungeduld

 

HPST: Ich bin gar nicht rothaarig aber …

 

Lou: … es gefällt mir

 

HPST: … bringt mich auf die Palme

 

Lou: Unpünktlichkeit

 

HPST: … ist für mich die absolute Erfüllung

 

Lou: Morgens NTV zuschauen und hören, dass nichts passiert ist

 

HPST: Ein Freund ist für mich …

 

Lou: …ein absolutes Geschenk, mit dem man sehr sorgsam umgeht

 

HPST: Wenn ich Bundeskanzlerin wäre, dann würde ich …

 

Lou: …Politik für Menschen machen

 

HPST: Wenn ich diesen Interviewtermin heute nicht gehabt hätten, dann …

 

Lou: … hätte ich heute mit meinem Mann einen schönen Waldspaziergang gemacht

 

 

HPST: Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin toi, toi, toi!

 

 

Aktuelle Termine:

 

 

 

01.10.2015 Kronau (nicht öffentlich)

24.10.2015 Karlsruhe (nicht öffentlich)

29.10.2015 bis 01.11.2015 Griechenland

,EAGLES Charity Golf Club 07.11.2015 Heilbronn

, Benefiz für Kinderschutzbund 20.11.2015 bis 27.11.2015 Belek, Türkei

16.01.2016 Kronau, Prunksitzung, Mehrzweckhalle

16.01.2016 Kirrlach, Narrenzunft, Maskenball, Pfarrzentrum

24.01.2016 bis 30.01.2016 Bellevue Alm, Bad Gastein, Österreich

 

 

 

 

 

 

 

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Der neue Song von LOU "Kopflos durch die Nacht"

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Hans-Peter Schmidt-Treptow

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Tel. +49 (0) 531 377 665

 

Gern unterbreite ich Ihnen ein Angebot, bei dem Ihre Wünsche und Vorstellungen natürlich berücksichtigt werden