Konzert unter strengster Geheimhaltung

 

Sergej Lazarev beeindruckte in der Braunschweiger Stadthalle

 

Erstmals machte er 2016 beim Eurovision Song Contest, wo er den dritten Platz belegte, europaweit auf sich aufmerksam. Inzwischen gilt er als der größte Popstar Russlands, vertritt in diesem Jahr erneut sein Heimatland und hat wieder den Mitfavoritenstatus inne. Im März kam er für einige Konzerte nach Deutschland – quasi um Promotion für seine Teilnahme am ESC  zu machen – Sergej Lazarev.

Schon beim Betreten der Konzerthalle fällt auf, dass die Stuhlreihen höchst übersichtlich gefüllt sind. Maximal dreihundert Fans zieht der Künstler an diesem Abend in sein Konzert. Die magere Anzahl der Gäste verwundert nicht. Keine Plakatierung im Vorfeld, in den offiziellen Internetforen für den Kartenvorverkauf sucht man diese Veranstaltung vergeblich. Lediglich unter der russischsprachigen Bevölkerung scheint Promotion für den Superstar gelaufen zu sein, wie den Unterhaltungen im Foyer zu entnehmen ist.

 

Und dann beginnt eine Show, die ihres Gleichen sucht. Lichteffekte zaubern eine sakrale Atmosphäre auf die Bühne. In Priester- und Nonnengewändern bewegen sich  fast mystisch zehn Tänzer und Tänzerinnen zu Glockenschlägen, die den ESC-Song von 2016 „You are the only one“ einläuten. Etwas geklaut bei „Sister act“, aber gut und effektvoll. Sergej schreitet in roter Kardinalsrobe die Showtreppe hinunter und schmettert umringt von seinem Ballett sein Lied. Er badet in frenetischem Willkommensapplaus und genießt das sichtlich. Danach ein kurzer Abgang und er erscheint in elegantem Schwarz. Man merkt, dass er sich seines Starkultes – ohne dabei arrogant zu wirken – bewusst ist, immer wieder fordert er mehr Applaus, den er bekommt. Die Liedfolge ist ausschließlich  in russischer Sprache gehalten. Die Szenerie auf der Bühne verändert sich, der Abend ist eine Zeitreise. Aus dem sakralen Mittelaltergeschehen am Anfang der Show entwickelt sich eine schillernde Nachtclubatmosphäre, die an das Berlin der 1920 er Jahre erinnert. Die Tänzer sind nun in Charlestonkleidern zu erleben. Dazwischen wechselt Sergej Lazarev immer wieder sein Outfit. Seinen Titel „Scream“ singt er auf Englisch, stimmgewaltig und als Solitär auf der Bühne. Die Reise durch die Jahrzehnte geht weiter. Eine argentinische Tangoszenerie verändert sich bis hin in das Zeitalter des Technos, bei dem das Ensemble als leuchtende Roboter das Geschehen aufmischen. Besonders stark kommt der Russe bei den Balladen über die Rampe. Sergej weiß ganz genau mit seinem Publikum umzugehen. Er versteht es auch geschickt Humor und Komik in sein Programm, insbesondere in die Tanzeinlagen einzubauen, seine Schauspielausbildung hat ihm dabei geholfen. Quasi als Zugabe dann doch eine Reminiszenz an die Freunde der englischen Sprache. Der Sänger covert „Sweet dreams“ von Eurythmics. Seine komplette Moderation hält er auf Russisch ab. Auf die Frage nach dem Konzert, ob er auch Englisch spräche, grinst er und antwortet verschmitzt „Yes, of course, only german is impossible now!“

Schon nach wenigen Augenblicken vergisst der Zuschauer, der der russischen Sprache nicht mächtig ist, dass er kein Wort versteht. Die Musik an diesem Abend ist vielseitig und mitreißend. Genau das ist wohl auch gewollt. Die Sympathiefigur Sergej Lazarev hat an diesem Abend mehr für russisches Verständnis getan, als mancher Politiker, das verbindet!

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… als wären die Jahre nicht vergangen

Die SCHLAGERLEGENDEN feierten umjubelte Premiere in Beverungen

Dass Schlager angesagter denn je ist bewies die Show der Schlagerlegenden-Tournee, die am 11. Oktober 2018 in der ausverkauften Stadthalle von Beverungen ihre Premiere feierte.

Die Stars der früheren ZDF-Hitparade und Disco Lena Valaitis, Peggy March, Ireen Sheer, Michael Holm und Graham Bonney geben ihre Evergreens zum Besten. Nicht wie heute meistens üblich aus der Konserve, sondern mit großem Orchester singen alle Topstars live – und das können sie!  Der Orchesterleiter Otti Bauer, der die Arrangements auf die heute gereiften Stimmen der Künstler zugeschnitten hat, das wertete die Qualität zusätzlich auf.  Jeder einzelne Interpret liefert perfekte und sauberste Töne ab. Der Wiedererkennungseffekt ist immens, schon nach den ersten Tönen von Songs wie „Wähle drei drei drei“, „Johnny Blue“ oder „Tränen lügen nicht“ klatschen die Zuschauer begeistert und beteiligen sich stimmlich und textsicher.   

 immer elegant: LENA VALAITIS

Nach einem großen Opening betritt Ireen Sheer das Geschehen und schmettert Gassenhauer wie „Feuer“ oder „Good bye Mama“. Trotz Erkältung ist ihre Performance beeindruckend. Ein richtiges Gänsehautgefühl lässt die Deutsch-Engländerin bei dem Titel „Xanadu“ aufkommen, den sie als erzählende Ballade darbietet. Graham Bonney driftet danach in die Sphären des Rock’n Rolls ab. Hier steht ein Mann auf der Bühne, der in den 1960 er Jahren nach Deutschland kam und sogar Auftritte im Hamburger Starclub bestanden hat. Fast eine Art Wunschkonzert, was er dem Publikum an diesem Abend beschert. Es gibt kaum einen Titel in seinem Repertoire, den seine Fans nicht mitsingen. Danach wird es etwas leiser. Die elegante Lena Valaitis singt mit dunklem Timbre „Ein schöner Tag“ und eine Vielzahl ihrer Hits. Es ist kaum vorstellbar, dass sie kürzlich ihren 75. Geburtstag gefeiert hat. Charmant kokettiert sie mit ihrem Alter indem sie verkündet, dass sie hier wohl die Älteste sei, was zum Amüsement des Publikums beiträgt.

GRAHAM BONNEY singt Hit auf Hit

Nach der Pause gibt es dann erst einmal geballte Frauenpower. Peggy March, Ireen Sheer und Lena Valaitis treten als eine Art „Three Degrees“ auf und ernten für ihre gelungene Performance von Welthits frenetischen Applaus. Dass der Auftritt mit einem Augenzwinkern dargeboten wird macht die Ladies noch sympathischer. Jetzt ist der Soloauftritt von Peggy March an der Reihe. Es kommt internationales Flair auf. Neben ihren Erfolgen präsentiert die Amerikanerin einen Song auf Englisch „Always and forever“, den sie ihrem verstorbenen Ehemann Arnie Harris gewidmet hat. Ihre Bühnenpräsenz und Stimmgewalt erinnern zuweilen an Shirley Bassey. Das Publikum dankt mit standing ovation. Hier steht eine Frau auf der Bühne, die anscheinend jahrzehntelang verkannt wurde. Sie nur als Schlagersängerin zu bezeichnen kann ihr nicht gerecht werden. Der Reigen wird durch „Mr. Mendocino“ Michael Holm beendet, der fünfte Vollprofi des Abends. Die Begeisterung der Fans kennt keine Grenzen mehr. Seine Hits wie „Nur ein Kuss Maddalena“ oder „Barfuß im Regen“ werden von den Zuhörern aufgesogen und lauthals mitgesungen. Sein Auftritt besticht durch Schick und Sensibilität. Dann folgt das große Finale, zu dem sich alle Künstler noch einmal auf der Bühne versammeln. Mit dem Titel „Schick ein Lied in die Welt“ verabschieden sich die Stars von ihren Fans.

    

          Internationales Flair vermittelt PEGGY MARCG                                                       Leise Töne mit "Xanadu" von Ireen Sheer

 

 

Moderiert wird die Show von Christin Deuker, die mit unglaublicher Professionalität und Leichtigkeit durch den Abend führt. Sie agiert lustig, ernsthaft und manchmal ironisch ohne jemandem auf den Fuß zu treten. Auch an die Wohltätigkeit wird an diesem Abend gedacht. Alle Künstler haben Rezepte zusammengetragen und zu einem Kochbuch verarbeitet, das zugunsten des Kinderhilfswerks „ICH – International Children Help“ guten Absatz findet.

                                                Nach wie vor ein Star: MICHAEL HOLM

Insgesamt hat die Show nichts Verstaubtes. Sie findet im Hier, Heute und Jetzt statt. Der Schlager lebt und findet sich in aktueller Gewandung auf dieser Tournee wieder. Den Veranstaltern Michael und Gundi Deuker ist ein wunderbarer Schachzug gelungen.

Großes Finale

 Fotos mit frdl. Genehmigung von Reiner Biel

                                                                                 

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