Geboren im Zeichen des Krebses – auch noch mit Aszendent Krebs (2. Juli / 5.40 Uhr in Seesen). Glaube nicht immer an Sternzeichen, aber ganz ungläubig bin ich auch nicht.

Nach vielen vertanen Jahren in der Bank seit 2014 endlich unabhängig und als Freelancer tätig. Tanze auf vielen Hochzeiten: Künstlervermittlung, Moderation, Journalist, Texter, Autor und jetzt auch noch Gesang. Musik ist seit der Kindheit ein großes Hobby. Mit Sicherheit gibt es begnadetere Sänger, aber ich weiß, wie ich interpretieren kann und muss. Jetzt ist nach 21 (!) Jahren der erste Roman fertig. „Erzwungene Liebe“ wird 2020 erscheinen. Im Herbst des nächsten Jahres im KULT stelle ich ein eigenes Programm aus Gesang und Lesung vor.

 

Stationen:

 

  • Journalistische Teilnahmen am Eurovision Song Contest in Dublin, Oslo, Kopenhagen, Düsseldorf, Riga , München, Wien
  • Moderationen z. B. Altstadtfest Salzgitter-Bad, Rosenball in Kleve
  • Sprecher bei Radio Okerwelle 104,6 (1998 – 2014)
  • zahlreiche Veröffentlichungen in Frau im Spiegel, HÖRZU, Braunschweig Report, Braunschweiger Zeitung, T.O.M., SIE
  • Exklusiv-Management für ECO KLIPPEL, JOHN ANGEL, ULF HARTMANN
  • Tourneeleitung Der letzte Raucher mit Johannes und Dieter Hallervorden (2018)

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Das Buch

"Erzwungene Liebe"

... erscheint 2020

Oliver ist erfolgreich als Zeitungsredakteur in einer Harzer Kleinstadt. Mit Ende dreißig hat er sein Leben eingerichtet. Dass er auf Männer steht hat er nie an die große Glocke gehängt, manchmal sogar verleugnet. Seine erste große Liebe zu einem Opernsänger liegt Jahre zurück.

In dem Moment als sich seine Eltern, nach jahrzehnter langer Ehe, endgültig trennen und Oliver fast in eine Lebenskrise stürzt begegnet er Niklas. Beide verbringen einen wunderbaren Abend miteinander. Oliver verliebt sich Hals über Kopf in den Unbekannten. Tagelang wartet er danach auf ein Lebenszeichen des Fremden, von dem er lediglich den Vornamen und vage Einzelheiten aus seinem Leben kennt. Eine oft in die Irre führende aufreibende Suche beginnt, bis ihn ein zufälliger Hinweis auf die richtige Spur führt.

Niklas und Oliver sehen sich wieder. Die Gefühle werden erwidert. Allerdings lebt Niklas in einer Beziehung, was für die Frischverliebten oft nicht nur zu einem zeitlichen Problem wird. Eine lebensgefährliche Operation, die Niklas bevorsteht, schweißt beide noch enger zusammen. Irgendwann erwartet Oliver eine Entscheidung, die Niklas immer wieder hinauszögert.

Dass es sich bei diesem Roman um eine schwule Liebesbeziehung handelt spielt eine völlig untergeordnete Rolle. Vielmehr stellt der Roman die Frage, können wir Liebe erzwingen, wenn wir lieben.

LESEPROBE:

Kein Zeichen von Niklas

 

Die nächsten Tage kamen beruflich wieder in ruhigeres Fahrwasser. Frau Beil-Landauer war einige Tage unterwegs und bereiste mit Lutz Brasse die Außenstellen in der Region. Olivers Stimmungen und Launen entwickelten sich mehr zu einem Spiegelbild von Niklas’ An- oder Abwesenheiten. Oli war meist missmutig und wortkarg. Das fiel hauptsächlich Beate und Cornelia auf. Da sie den Grund kannten nervten beide nicht mit Fragen oder Ratschlägen, sondern ließen ihn gewähren. Seine redaktionelle Arbeit strengte ihn an. Er war oft stundenlang nicht in der Lage einen klaren Gedanken zu fassen oder gar einen Text zu formulieren. Gelegentlich nahm ihm Frau Rabe das eine oder andere ab. Oliver mochte diese Art von Mitleid nicht, war aber froh, wenn die Kollegin ihm unter die Arme griff.

 

Jetzt war Niklas schon vier Tage zu Hause und hatte sich nicht gemeldet. Wut und Traurigkeit vermischten sich in Olivers Gedanken, oft wurde ihm sogar übel. Da er aber kaum etwas aß bestand auch keine Gefahr sich zu erbrechen. Donnerstagmorgen sagte die Praktikanten plötzlich und unvermittelt: „Du hast doch bestimmt fünf Kilo abgenommen!“ „Kann sein!“: gab Oli mürrisch zurück. Dann erstarb die Unterhaltung wieder. Die Mittagspause verbrachte er mit Beate bei Natale. „Na, er hat sich wohl immer noch nicht gemeldet?“: eröffnete sie halb fragend halb wissend das Gespräch. „Nein!“: entgegnete er einsilbig. „Mensch es kann tausend Gründe dafür geben, wenn er bei diesem Brummer lebt, wird der ihn im Schach halten, das weißt du doch!“: fuhr Beate fort. Oli schlug mit der Faust auf den Tisch sodass die Gläser klirrten: „Verdammte Scheiße, es wird doch wohl mal Momente geben in denen er unbeobachtet ist, er hat doch meine Telefonnummern!“ „Hast du wirklich die leiseste Ahnung, wie dieser Dicki ist und sich verhält?“ „Ein egozentrischer Unsympath und dickes Schwein!“: fauchte Oliver zurück „Eben!“: bestätigte ihn die Kollegin, „du kannst nur die Füße stillhalten und abwarten, sei zuversichtlich!“ „Verdammt schwer!“: stöhnte Oli. Obwohl seine Stimmung gedrückt war schafften es die beiden Kollegen doch noch ein halbwegs entspanntes Mittagessen hinzukriegen. Etwas gelöster gingen beide kurz danach in die Redaktion zurück. Als Oliver das Büro betrat strahlte ihn Blühmchen an: „Er hat sich gemeldet, du sollst bis vierzehn Uhr zurückrufen!“ Im Nu schnellte Olis Stimmung von Null auf Hundert, er sah zur Uhr und wählte Niklas’ Nummer und vernahm das vertraute und lang gezogene „Ja“. „Was ist los?“: bellte Oliver in den Hörer. „Du glaubst nicht, wie mich Oswald unter Beobachtung stellt. Ich habe schon den Eindruck, dass er einen Detektiv angesetzt hat. Unsere Putzfrau kommt jetzt täglich. Ich glaube, die hat er auch instruiert. Aber es gibt Hoffnung und gute Neuigkeiten!“ „Was denn?“: fragte Oli ungeduldig. „Oh Scheiße, Oswald kommt, ich muss aufhören, melde mich heute Abend!“: mit diesen Worten hängte Niklas ab. Das „Hoffentlich“, das Oliver erwiderte hörte er schon nicht mehr. Er stand auf, ging zum Fenster und atmete tief durch. „Was ein Anruf, eine Stimme so alles ausmacht!“: kicherte Conni im Hintergrund. Oli hatte keine Lust darauf zu reagieren und setzte sich wieder an seinen Schreibtisch. Die Arbeit ging ihm jetzt etwas leichter von der Hand, trotzdem war er froh, dass er gegen achtzehn Uhr das Büro verlassen konnte.

 

Der Abend war für Anfang August mild und er überlegte einen Moment Alex anzurufen, um mit ihm noch etwas trinken zu gehen, verwarf den Gedanken aber gleich wieder, da ja Niklas sein Telefonat angekündigt hatte. Es war schon fast einundzwanzig Uhr als das Telefon klingelte und tatsächlich sein Freund dran war. Ein Glücksgefühl durchfuhr seinen Körper. Scherzhaft meldete er sich dieses Mal mit dem lang gezogenen „Ja“. Aus Niklas ergoss sich ein Redeschwall, den Oli bis dahin nicht kannte. Minutenlang beschrieb er seine häusliche Situation, die er als goldenen Käfig empfand. Olivers Glücksgefühl wich einem leichten Unwohlsein bei den Ausführungen. Im Geiste sah er alle Hoffnungen schwinden. In einer Redepause seines Freundes warf er ein: „Und wie geht das jetzt weiter mit uns?“ Sofort nahm Niklas die Fäden wieder auf: „Ich fahre morgen zu meiner Familie nach Leipzig und bleibe ungefähr zehn Tage dort. Es wäre schön, wenn du am übernächsten Wochenende auch kommen würdest, dann fahren wir für zwei Tage nach Prag!“ Oliver glaubte sich verhört zu haben: „Was, wie stellst du dir das vor?“ „Du nimmst am nächsten Freitag ein Hotel in der Stadt und ich hole dich Samstagmorgen dort ab und dann geht es ab nach Tschechien, es sind nur zirka zweieinhalb Stunden Fahrt.“ Olivers Gefühlsleben geriet aus den Fugen und er machte einen Luftsprung. „Toll, das sind schöne Aussichten, zwei Tage totales Glück!“: rief er in den Hörer. Er hörte Niklas tief atmen. „Ich rufe dich, so oft ich kann, aus Leipzig an, ich vermisse dich täglich mehr!“ „Ist Oswald nicht da?“ „Nein, der bleibt hier in Goslar, ich fahre natürlich allein zu meiner Familie!“: entgegnete Niklas. „Du Schaf, ich meine jetzt gerade?“: lachte Oliver. „Nee, irgendeine Sitzung, er kommt erst sehr spät. Die beiden sprachen über eine Stunde miteinander. Auch Niklas wollte viel wissen, wie es Oliver in den letzten Tagen ergangen ist. Während Oli seine Situation und seine Gefühle erklärte lief die Zeit noch einmal wie ein Film vor ihm ab. Gegen halb elf war das Gespräch beendet. Oliver fühlte sich rundum wohl, er sprang unter die Dusche und fiel anschließend trunken vor Glück ins Bett.

 

Der Freitagmorgen tauchte nicht nur die Stadt in schönstes Sonnenlicht, sondern auch Olivers Gemüt. Beschwingt betrat er sein Büro und lächelte Blühmchen vielversprechend an. Sie grinste zurück denn ihr war klar, was passiert war. „Morgen, Ihr Lieben und, wie war es?“: kam Beate Rabe fröhlich auf ihn zu. Oliver erzählte kurz von den Plänen des nächsten Wochenendes. Beate klatschte in die Hände und hätte ihm am liebsten einen Kuss gegeben: „Ich hab’s doch gewusst!“ und applaudierte wieder. „Glückwunsch!“: lächelte ihn auch Conni an. Die Arbeit verlief an diesem Tag wie von selbst, alles flutschte. Selbst der Besuch bei seinem Vater am Sonntag lag plötzlich nicht mehr schwer im Magen. Josef Lauenstein hatte angekündigt, dass er ihm jemanden vorstellen möchte. Im Augenblick interessierte das Oliver aber wenig.

 

Den überwiegenden Teil des Sonnabends verbrachte Oliver mit Hausarbeit, die er hasste. Aber selbst das machte ihm nichts aus. Niklas hatte sich schon zweimal gemeldet und hielt ihn auf dem Laufenden, was er in Leipzig tat. Für den Abend hatte sich Oli mit Alex verabredet, worauf er sich freute. Die Aussicht auf zwei Tage Prag mit Niklas ließ immer wieder eine Glückslawine durch seinen Körper rollen.

 

Am Sonntagmorgen wurde Oli um sieben Uhr durch das Telefon geweckt. Mürrisch griff er zum Hörer und vernahm Niklas’ Stimme. Seine Stimmung und leichte Verkaterung vom Vorabend war wie weggeblasen. „Sorry, dass ich so früh anrufe, aber hier schlafen noch alle und ich hatte Sehnsucht nach dir!“ „Schööööööön!“: entgegnete Oliver und lauschte den Ausführungen seines Freundes. Es hatte sich noch keine Möglichkeit ergeben, dass er mit seiner Mutter über sich und Oliver gesprochen hatte. „Na, ja das wird schon noch, ihr habt ja noch ein paar Tage!“: tröstete ihn Oli. „Es macht mir aber zu schaffen, ich weiß noch nicht wie ich es angehen soll!“: klang Niklas leicht betrübt. „Wenn du nicht kannst ist es nicht schlimm, du hast es dir vorgenommen und wirst es irgendwann tun, sei zuversichtlich!“: beruhigte ihn Oliver. Er fühlte sich ganz wohlig diesem Moment, lag in seinem Bett, die Morgensonne warf Streifen durch die Jalousie auf seine Haut und er hatte das Gefühl Niklas läge direkt neben ihm. Sein Wecker zeigte halb neun als sie das Gespräch beendeten. Fast schwebend ging er ins Bad und duschte minutenlang. Oliver war glücklich, noch konnte er nicht ahnen, dass diese Wochen zu den ausgefülltesten Zeiten mit Niklas gehören sollten, obwohl sie doch räumlich getrennt waren.

 

Um fünfzehn Uhr war es dann soweit. Oliver klingelte in der Dr.-Nieper-Straße sechzehn bei seinem Vater. Es dauerte nicht lange bis er öffnete und ihn in einem merkwürdig aufgeräumten Zustand begrüßte. Selbst Josefs Stimme und die Wahl seiner Worte waren Oliver fremd. „Hallo Papa!“: sagte Oli knapp. „Schön, dass du da bist, wir haben schon den Kaffeetisch gedeckt!“: mit diesem Satz schob er seinen Sohn ins Wohnzimmer. „Das ist Johanna!“: stellte er eine fremde Frau vor. Oliver schaute ein wenig verdutzt. Eine brünette Dame, Anfang sechzig und äußerst gepflegt streckte ihm ihre Hand entgegen und begrüßte ihn. „Ich habe schon viel von dir gehört!“: lächelte sie den Gast an. „Warum duzt die mich?“: fuhr es Oli durch den Kopf. Sogleich ging sie schnellen Schrittes in die Küche, um die Kaffeekanne zu holen. „Wie findest du sie?“: fragte Josef kaum hörbar. Oliver sagte nichts, setzte sich an den Tisch und griff nach einem Stück Käsekuchen. Johanna kehrte samt Kaffee zurück und bediente Vater und Sohn damit. Die beiden Alten machten auf Oliver einen sehr vertrauten Eindruck. Ihm war es Recht, dass nicht viele Fragen gestellt wurden und sie sich überwiegend miteinander unterhielten. „Wo habt ihr euch kennen gelernt?“: patzte Oli plötzlich dazwischen. Johanna und Josef sahen Oliver an und schwiegen. Unversehens fing sie an zu kichern: „Über eine Anzeige in deiner Zeitung!“ Jetzt musste auch Oliver lachen. „So so, mein Vater wandelt also auf Freiersfüßen!“: spöttelte er. Die Unterhaltung lief ganz gut, Johanna hatte die Gabe keine toten Punkte oder Langeweile aufkommen zu lassen und plapperte eigentlich die ganze Zeit. Als Oliver gegen halb sechs aufbrach stellte er fest, dass er das sich selbst auferlegte Zeitlimit um eine Stunde überschritten hatte, aber es war ihm egal. Irgendwie freute er sich auch für seinen Vater wieder Anschluss ans Leben gefunden zu haben, dank Johanna. Außerdem dachte er nicht ganz uneigennützig: „Dann ist er ja wieder beschäftigt und lässt mich in Ruhe.“ Bei der Verabschiedung nahm ihn Josef noch einmal kurz zur Seite und sagte leise, dass er unbedingt die Meinung seines Sohnes hören wolle und ihn in den nächsten Tagen anrufen werde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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