„Mehr Nähe geht nicht: Veronica Fusaro im Ponyhof“

Am Mittwochabend verwandelte sich der kleine, aber gut gefüllte Ponyhof Frankfurt in eine intime Bühne für einen bemerkenswerten Auftritt von Veronica Fusaro. Die Schweizer Künstlerin, die ihr Land am 16. Mai beim Eurovision Song Contest 2026 in Wien mit dem Song „Alice“ vertreten wird, präsentierte sich dabei in beeindruckender Form.

Begleitet von vier Musikern zeigte Fusaro eine Performance, die vor allem durch ihre facettenreiche Stimme und ihre starke Bühnenpräsenz überzeugte. Sie füllte den Raum mühelos aus – sowohl stimmlich als auch emotional. Dennoch offenbarte sich im Verlauf des Konzerts eine gewisse Diskrepanz zwischen Location und musikalischer Ausrichtung: Der Ponyhof, bekannt für seine intime Atmosphäre, wirkte für die teils rockigen Arrangements fast zu eng. Ein reduziertes Unplugged-Set hätte dem Rahmen möglicherweise noch besser entsprochen und die feinen Nuancen ihrer Stimme stärker zur Geltung gebracht.

Optisch unterstrich Fusaro ihre Performance mit einem selbstbewussten Auftritt im attraktiven Lederoutfit, das ihre Bühnenfigur zusätzlich schärfte. Musikalisch gehörte „Lie to Me“ zu den Höhepunkten des Abends – ein Song, der das Publikum besonders mitriss. Überhaupt suchte sie immer wieder aktiv die Nähe zu den Zuhörern, forderte sie zum Mitsingen auf und erntete dafür begeisterte Resonanz.

Den Abschluss bildete die lautstark geforderte Zugabe „Slotmachine“, die den Abend energiegeladen abrundete. Doch nicht nur auf der Bühne zeigte sich Fusaro nahbar: Im Anschluss nahm sie sich außergewöhnlich viel Zeit für ihre Fans, signierte CDs, plauderte und bewies damit, dass sie nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich überzeugt – ein echter „Star zum Anfassen“.

Ein Auftritt, der Vorfreude auf Wien macht.

Hans-Peter Schmidt-Treptow


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